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Die Rückkehr

Es gibt Menschen, die für Wahrheit, Tiefe und für das Lebendige brennen. Menschen, die mutig ausprobieren, fallen, aufstehen und wieder weitergehen.

Hope war eine von ihnen. Nie einfach nur nett oder angepasst. Nie die, die schwieg, wenn Unrecht geschah. Sie war die, die hinterfragte, analysierte und reflektierte. Immer einen Schritt ausserhalb der Norm.

Sie bewegte sich in vielen Welten: Business, Hochleistung oder roh und ungeschönt. Hauptsache bunt, kontrastreich und lebendig.

Doch mit der Zeit begann sie sich zu verbiegen, um zu gefallen. Nach und nach verloren ihre Augen den Glanz.

Niemand verliert sich von heute auf morgen. Das passiert in kleinen Stücken. Bei ihr waren es erst die Farben, dann die Worte, danach die Musik. Schlussendlich beinahe die eigene Seele.

Bis plötzlich ein klares „Jetzt reicht’s!“ zu ihr durchdrang.

Endlich schaute Hope hin. Ein langsamer Ausbruch aus der selbstauferlegten Gefangenschaft begann.

Hope stand vor der Leinwand. Der Pinsel in ihrer Hand fühlte sich fremd an. Die Farben warteten stumm und fordernd. Ein erster Strich und dann noch einer. Das Chaos in ihr wurde zu Formen, zu Licht- und Schattenkompositionen. Dann kamen die Worte zurück – es entstanden Geschichten, die von Dunkelheit und Licht erzählten.

Zu guter Letzt kam die Musik. Sie setzte sich ins Auto und drehte einen ganz bestimmten Song auf maximale Lautstärke. Da war sie, diese Melodie, die unter ihrer Haut vibrierte und mit der sie früher ihre Stimme oft trainierte. Endlich sang Hope wieder. Nicht leise, sondern kraftvoll und mit jedem Ton fiel ein Stück Lähmung von ihr ab.

Nun lebte sie endlich wirklich wieder.


Herzlich, deine Issy Storm

myinspire.ch